20. April 2021
Altstätten – Die im September 2020 von der politischen Vereinigung a plus eingereichte Volksmotion «für eine lebendige Altstadt» fängt an, Wirkung zu zeigen. Der Stadtrat hat eine Arbeitsgruppe einberufen, welche sich mit der Kernforderung dieses Begehrens befasst und Massnahmen zugunsten einer attraktiven Altstadt liefern soll. Dabei kann auf reichlich Erfahrung und Inspiration zurückgegriffen werden.

Anstoss Volksmotion

Die Altstadt von Altstätten ist unbestritten das Zentrum der Region, ja ein überaus attraktiver Einkaufs- und Begegnungsort. Gleichzeitig sind die Probleme bekannt, welche alle unsere Regionalstädte derzeit plagen und herausfordern. Zum Wandel im Detailhandel ist zudem die Corona-Krise hinzugekommen, welche ebenfalls Herausforderungen beim Einkauf, der Gastronomie und dem Begegnen mit sich bringt.

 

In diesem Sinn war es sehr willkommen, als im Jahr 2020 die Vereinigung a plus eine Volksmotion einreichte, welche eine Koordinationsstelle für Massnahmen zugunsten einer lebendigen Altstadt fordert. Den Initianten geht es darum, den Stadtkern als Einkaufs- und Begegnungsort zu erhalten und ihm eine neue Anziehung zu geben. Dies deckt sich mit den Absichten des Stadtrates, der darum eine Arbeitsgruppe eingesetzt hat, welche bis im November konkrete Vorschläge zur Belebung der Altstadt ausarbeiten soll, sodass an der Bürgerversammlung über die Annahme dieses Begehrens diskutiert und befunden werden kann.

 

Hilfe von aussen

Die Stadt Altstätten ist reich an Inspiration, sei es von innen oder von aussen. Anlässlich des ersten Workshops der Arbeitsgruppe hat man dies gut gespürt. Die Mitglieder dieser Arbeitsgruppe sind breit ausgewählt worden und repräsentieren unterschiedliche Aspekte des Innenstadtlebens, vom Einkauf über die Gastronomie, das Wohnen bis hin zum Liegenschaftsbesitz und der Kultur. Entsprechend ist auch die Fülle der Erfahrung gross, die hier zusammenkommt. Diese Erfahrung wird angereichert durch Impulse von aussen, zum einen durch Thomas Bretscher, einen Detailhandelsprofi, der den Anwesenden gezeigt hat, wie man eine Innenstadt in eine Art modernes Shoppingcenter unter freiem Himmel verwandelt. Er blickt dabei auf das erfolgreiche Beispiel von Liestal zurück, das er massgeblich begleitet hat. Eine weitere Inspiration kam von Paul Hasler, der als Berater im «Netzwerk Altstadt» eine ganze Reihe an Städten unterstützt hat und einen wertvollen Gesamtblick bieten konnte, in welchem auch das Wohnen, der Verkehr oder Aussenraum einbezogen wurden.

Ein Gesamtbild ist gesucht

Diese vielfältige Sicht, welche sich nicht nur auf den Verkehr oder Parkplätze konzentriert, wie das oft der Fall ist in entsprechenden Diskussionen, steht denn auch im Zentrum der Bestrebungen dieser Arbeitsgruppe und des Stadtrates. Dank früherer Analysen und den Arbeiten aus dem Mitwirkungsprozess «Begegnungsstadt» im Jahr 2014 kann bereits auf verschiedenen Erfahrungen aufgebaut werden. Wichtig ist zudem die Vernetzung zu diversen anderen Aspekten der Stadtentwicklung. Denn Altstätten ist mehr als nur Altstadt: Es ist eine prosperierende Kleinstadt im dynamischen St. Galler Rheintal. Diese Dynamik gilt es zu nutzen, auch wenn das Einkaufsverhalten derzeit im Wandel steht. Das Bedürfnis nach Begegnung, nach stimmungsvollem Wohnen im Zentrum, nach Kultur und Gastronomie wird auch in Zukunft der Treiber für die Lebendigkeit der Altstadt sein.

 

In den nächsten Workshops wird es darum gehen, diese unterschiedlichen Aspekte und Funktionen der Altstadt nebeneinander zu legen und so ein Gesamtbild zu entwickeln. Es muss im November ein vielfältiges und ausgewogenes Konzept auf den Tisch, wohin es mit der Altstadt gehen soll und warum es dazu das nötige Budget und eine Koordination braucht. Bis dann werden die Mitglieder der Arbeitsgruppe noch einigen Hirnschmalz und ordentlich Herz in diese Konzeptarbeit investieren.

Aktuell beleben die grünen Naturstadt-Oasen die Altstadt
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