Eine Stadt Rheintal im Jahr 2040

10. Juni 2022
Oberes Rheintal – Die Präsidentin und Präsidenten der sechs Gemeinden des Oberen Rheintals (Altstätten, Eichberg, Marbach, Oberriet, Rebstein und Rüthi) trafen sich letzte Woche zur ganztägigen Klausur, um die künftigen Herausforderungen ihrer Gemeinden auszuloten und die Möglichkeiten einer verstärken Zusammenarbeit zu erörtern. Anstelle eines Flickwerks mit einer Vielzahl von Kooperationen im Kleinen kamen die Präsidentin und die fünf Präsidenten zu einer visionären Strategie: Sie schlagen vor, sämtliche Gemeinden des St. Galler Rheintals bis 2040 zur Stadt Rheintal zu vereinigen.

Auf die Gemeinden kommen grosse, zum Teil riesige Herausforderungen zu. Diese frühzeitig zu erkennen und aktiv anzugehen, ist Pflicht aller Gemeinden und deren Gemeinderäte. Die Präsidentin und die fünf Präsidenten der sechs Gemeinden des Oberen Rheintals trafen sich vergangene Woche zu einer ganztätigen Strategiesitzung, um die künftigen Herausforderungen zu analysieren und gemeinsame kooperative Lösungen zu besprechen.

Vielfältige Herausforderungen

Die grössten Aufgaben sehen die Beteiligten in den Bereichen gesellschaftliche Entwicklung und demografischer Wandel, Mobilität, Ökologie und Energiewende, Fachkräftemangel, Digitalisierung, sowie zunehmende Komplexität verwaltungsrechtlicher Verfahren zwischen Bund, Kanton und Gemeinden.

Ein massgeblicher Lösungsansatz liegt in einer verstärkten Zusammenarbeit unter den Gemeinden. Diese kann fallweise zwischen allen sechs oder auch nur zwischen einzelnen Gemeinden zielführend sein. Bereits heute arbeiten die Gemeinden in vielen Themen eng zusammen und nutzen dabei Synergien und Entwicklungspotentiale.

Die Diskussion möglicher Lösungsansätze für die anstehenden Herausforderungen verhalf jedoch einer weiteren Idee zum Durchbruch. Die Zukunft könnte auch mit einer viel weitreichenderen Vision angepackt werden.

Stadt Rheintal 2040

Anstelle von zahlreichen und unterschiedlichen operativen Lösungen schlagen die Präsidentin und die Präsidenten eine visionäre Zukunftsstrategie vor. Bis ins Jahr 2040 sollen sich sämtliche Gemeinden im Rheintal zur Stadt Rheintal vereinigen.

Ein Grossteil der Herausforderungen könnte übergreifend besser gelöst werden, und die meisten Einzellösungen und unzählige Koordinationen würden ganz wegfallen. Die zahlreichen Zweckverbände könnten aufgelöst werden, was eine Stärkung der direkten Demokratie bedeutet. Entstehen würde damit die grösste Stadt im Kanton mit entsprechendem Gewicht und Ausstrahlungskraft, einem einheitlichen attraktiven Steuerfuss und ausgezeichneten Voraussetzungen für die Wirtschaft, die Industrie und das Gewerbe. Verkehrliche Probleme und Fragen der Raumplanung könnten über die heutigen Gemeindegrenzen hinweg geplant und gelöst werden.

Diskussion anstossen

Mit ihrer Vision stossen die Gemeindepräsidentin und -präsidenten eine breite Diskussion an. Es gilt, auch die Gemeinden des Mittleren und Unteren Rheintals von dieser Idee zu begeistern. Ebenso müssen im nächsten Schritt die eigenen Gemeinderäte und die Bürgerinnen und Bürger von den Vorteilen einer gesamtheitlichen Zusammenarbeit überzeugt werden. Danach könnte ein geeignetes Vorgehen mit sinnvollen Zwischenschritten, bspw. der Zusammenlegung bestehender gemeindeübergreifender Organisationen, der Erweiterung regionaler Verwaltungsstrukturen oder der Realisierung von Einheitsgemeinden, geplant werden.

 

Die Präsidentin und die fünf Präsidenten der Gemeinden des Oberen Rheintals haben eine visionäre Strategie ins Auge gefasst.
Die Präsidentin und die fünf Präsidenten der Gemeinden des Oberen Rheintals haben eine visionäre Strategie ins Auge gefasst.