Zwei Kässeli, die in Altstätten viel bewegen

22. Oktober 2026
Altstätten – Ein paar Arbeitsstunden fallen weg. Eine Zahnarztrechnung kommt ungelegen. Oder eine unerwartete Ausgabe sprengt das kleine Budget. In solchen Momenten kann der Sozialfonds Dr. Biroll-Schulthess einspringen. Auch in diesem Herbst sammelt das Sozialamt wieder für Menschen in Altstätten und für Angebote im Familien- und Begegnungszentrum, die Gross und Klein zugutekommen.

Manchmal ist eine Rechnung nicht riesig – und trotzdem zu viel. Besonders dann, wenn das Einkommen knapp ist und Erspartes fehlt. Hier hilft der Sozialfonds Dr. Biroll-Schulthess. Er springt ein, wenn Menschen in Altstätten eine notwendige Ausgabe nicht selbst bezahlen können. So finanzierte der Fonds in den vergangenen Monaten etwa einem 14-jährigen Jungen ein E-Bike für seinen mehr als fünfzehn Kilometer langen Schulweg. Er beteiligte sich an den Umzugskosten einer alleinerziehenden Mutter und ermöglichte einer jungen Frau den Lehrgang für Pflegehelfende beim Schweizerischen Roten Kreuz und damit den Einstieg ins Berufsleben. Auch Zahnbehandlungen, Rettungskosten und kurzfristige Überbrückungshilfen konnten über den Fonds finanziert werden.

 

Unkompliziert Hilfe holen

Wenn eine Rechnung das eigene Budget übersteigt, können sich Altstätter*innen beim Sozialamt der Stadt melden. «Wir suchen dann gemeinsam nach Lösungen und schauen, welche Unterstützung möglich ist», sagt Roman Zimmermann, Leiter Bereich Soziales bei der Stadt Altstätten. Ebenso können sich Fachpersonen und Partnerorganisationen ans Sozialamt wenden, wenn sie Personen aus Altstätten beraten und das Geld für eine notwendige Ausgabe fehlt.

 

Wo Neues entsteht und Bewährtes bleibt

Im Familien- und Begegnungszentrum Reburg treffen sich Jung und Alt. Kleine Wirbelwinde toben sich im Spielbereich aus, andere sitzen bei einem Kaffee zusammen, plaudern über Gott und die Welt oder erzählen, was sie gerade beschäftigt. Mit den Spenden kann die Reburg neue Ideen ausprobieren, bestehende Angebote weiterentwickeln und Bewährtes erhalten.

 

Hilfe vor der eigenen Haustüre

Die Herbstsammlung gibt es in dieser Form seit 2023. Nachdem die örtliche Geschäftsstelle der Winterhilfe aufgelöst worden war, entschieden sich das Sozialamt mit dem Sozialfonds Dr. Biroll-Schulthess und die Reburg, die Hilfe vor Ort weiterzuführen. Dank der Spenden und der treuen Unterstützung durch die Karl Zünd-Stiftung sowie der Carlo und Irene Fetzer Stiftung und vielen weiteren Privatpersonen und Firmen, kommt jährlich ein bedeutender Betrag zusammen. Das Geld bleibt in Altstätten und fliesst vollständig in die Hilfe für Menschen vor Ort sowie in lokale Projekte.

 

«Natürlich freuen wir uns auch in diesem Herbst über alle, die mithelfen, die beiden Kässeli zu füllen», sagt Roman Zimmermann. «So können wir auch im nächsten Jahr mit einem kleinen Zustupf eine grosse Sorge ein Stück kleiner machen.»

Foto vor dem Familien- und Begegnungszentrum Reburg
Zwei Kässeli, ein gemeinsames Anliegen: Roman Zimmermann, Leiter Bereich Soziales der Stadt Altstätten, sowie Claudia Baumgartner und Raphaela Walker Schmid, Co-Leiterinnen der Reburg, setzen sich mit der Herbstsammlung für die Hilfe vor Ort und neue Angebote in der Reburg ein.